Der Titel trifft es schon sehr genau. Wir lieben das Meer und ebenso Hafenstädte mit Charakter, so wie es Danzig eine ist. Eigentlich sollte unsere Reise durch Polen über die östliche Route vorbei an einigen Nationalparks gehen aber kurzfristig haben wir uns dann doch für den direkten Weg an die Ostsee entschieden. Wir brauchten einfach Meer.
Gerade angekommen stellten wir fest, Reiseführer und Empfehlungen von Freunden haben nicht gelogen. Danzig besitzt wirklich wunderschöne Sandstrände und angeblich sind es sogar die schönsten Polens.
Am Campingplatz „Stogi“ wurden wir ausgesprochen nett, sogar auf Deutsch, empfangen und er ist mit seiner Nähe zum Meer sehr gut gelegen. Perfekt für meine tägliche Morgenrunde mit Mala. Ein unvergleichbares Gefühl, schon morgens die Füße in feinen, quietschenden Sand zu stecken, die Sonne beim Aufgehen zu beobachten und mit Mala spazieren zu gehen.

Wer sich mit Geschichte beschäftigt weiß, dass Danzig, genauso wie viele andere Polnische Städte, im WWII sehr in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Heute ist davon nichts mehr zu erkennen und wir waren fasziniert von der Innenstadt mit all den schönen, prunkvollen Hausfassaden. Wie es sich gehört für eine schöne Hafenstadt mit engen Gassen, kleinen Cafés, Bistros und Restaurants. Da findet sich für jeden Etwas und wenn doch nicht kann man die Zeit auch einfach am „Stara Motlawa“ ganze ohne Tourismuskonsum genießen.


Wir sind ja eher die, die durch die Stadt strandeln um so die Eindrücke auf uns wirken zu lassen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sehen wir nur von außen aber in die „Bazylika Mariacka“ sollte man einen Blick werfen. Die atemberaubende Architektur mit den enorm großen Fenstern bewirkt einen sehr hellen und freundlichen, erstaunlich ungewohnten, Kircheninnenraum. Zudem ist sie angeblich die größte aus Ziegeln gebaute Kirche der Welt.

Mit der Tram aus dem Zentrum wieder direkt zurück ans Meer, zum Campingplatz, ist mühelos zu meistern. Finn hat die holprige Fahrt der Kamikazetramfahrer immer für sein Nachmittagsschläfchen genutzt und speziell beim Öffifahren wurden wir wieder Teil der aufmerksamen Leute, die einem ohne zu zögern ihren Platz anbieten.
Für uns wird Danzig immer als die Stadt in Erinnerung bleiben, in der sowohl Finn als auch Mala das erste Mal das Meer sahen. Die Stadt, die nochmals zeigt wie vielschichtig und abwechslungsreich Polen ist und dass die polnische Gastfreundlichkeit auch in westlich anmutenden Städten wie Danzig keinen Halt macht.